Worte am Glas

Anja Westerfrölke
„Am Glas“ Installation / Performance

Ein rotes und ein gelbes Bild hängen gerahmt in den Schaufenstern. Während die Künstlerin vor Ort arbeitet, schreibt sie von innen in der weißen Farbe an der Glasscheibe. Wie am Bildschirm befinden sich die Worte dann direkt am Glas. Was kommuniziert von hier nach dort, vom Leerstand auf den Stadtplatz? Laufend braucht es Worte vor, bei, nach der bildnerischen Arbeit und über diese.

Performance: Mittwoch, 15. Juli 2020 um 16.30–17.30 Uhr vor dem Gebäude Stadtplatz 67/68

rundum

Wolfgang Maria Reiter:
„rundum
gehen und tragen“ –

Versuch über das Denken angesichts der Tatsachen,

öffentlich gemacht am Mittwoch, 15. Juli zwischen 16 und 17 Uhr (sofern es die Witterung zulässt) in der Welser Innenstadt anlässlich der Kollaterale 2020

Fußnote

„Wenn ich gehe, sagt Oehler, denke ich und behaupte ich, ich gehe und auf einmal denke ich und behaupte ich, ich gehe und denke, weil ich das denke, während ich gehe.“

Thomas Bernhard „Gehen“
Wolfgang Maria Reiter: rundum
Wolfgang Maria Reiter: rundum
Fotos: Norbert Trawöger
Wolfgang Maria Reiter: rundum

Filmscreening: Manipulation

Evelyn Kreinecker
„Manipulation“ Filmscreening

In einem kurzen Animationsfilm wird unsere Manipulierbarkeit sichtbar gemacht.
Der Film basiert auf drei Werken, die mit „augmented reality“ arbeiten – Manipulation 1-3. Sie sind Teil der Serie „Mengenlehre“, in der sich die Künstlerin immer wieder mit dem Thema Masse und Macht auseinandersetzt.

Unter einer ‚Menge‘ verstehen wir jede Zusammenfassung von bestimmten wohlunterschiedenen Obje[k]ten uns[e]rer Anschauung oder unseres Denkens (welche die ‚Elemente‘ von genannt werden) zu einem Ganzen.

Definition (Cantorsche Definition der Menge (1895))
Filmscreening Manipulation

Menschenmengen können vieles sein: mutig, hysterisch, feiernd, verängstigt, übermütig, euphorisch, erschöpft, bedrohlich, agitativ, fordernd, harmlos, unverschämt, neugierig, …
Aber wie entwickelt sich diese kollektive Übereinkunft?
Wie wird aus einzelnen Menschen eine Masse? Was macht die Masse mit dem Einzelnen? Wie agiert der Einzelne in der Masse?
Macht uns die bloße Ansammlung schon zu einem Ganzen?
Wann ist die Menge schützend und wann wird es beklemmend?
Welche positive, welche negative Energie kann eine Masse entwickeln?
Wer steuert die Menschen in der Menge? Wie entsteht diese Macht?Wer übernimmt die Verantwortung?

Innenhof Burg
Täglich 21.30–22 Uhr

Fotos: Evelyn Kreinecker

Temporäres Atelier

Renate Billensteiner / Gerhard Brandl
„Porträt“ Temporäres Atelier mit Ausstellung

Renate Billensteiner und Gerhard Brandl haben während der Kollaterale ein temporäres Atelier mit Ausstellung in der Welser Pfarrgasse eröffnet. Renate Billensteiner porträtiert fotografisch. Es sind bereits viele Fotografien mit den Besucherinnen und Besuchern entstanden und in der täglich erweiterten Ausstellung zu sehen. Wer sich fotografieren lassen will, ist herzlich willkommen. Gerhard Brandl führt durch seine wechselnde Ausstellung Porträt und ‚lands_cut‘, Zeichnungen.

Pfarrgasse 5a
Täglich 14–18 Uhr, außer Sonntag

Fotos: Renate Billensteiner

Andrea Trawöger: Kollateralblicke

Mit dem Smartphone am Kollaterale-Rundgang.
Fotos: Andrea Trawöger / Instagram

work in progress: Spuren

Evelyn Kreinecker
„Spuren“ Ausstellung / Work in Progress

Spuren ziehen sich durch das alte Gebäude. Vorgefundene Spuren wurden gerahmt und die Verletzungen der Mauer und des Bodens so zu einem Kunstwerk erhoben. Kohle- und Klebebandlinien führen die Suchenden weiter in neue Ebenen und Räume.

Die Werkserie „Spuren“ versammelt sich in einem Raum und zeigt kleinformatige Arbeiten, auf denen sich Spuren vieler früherer Werke zu kleinen Bildern fügen – Lackreste, Fragmente von Linoldrucken, Kohlelinien und Ölfarben.

Mitgebrachte Spuren aus dem Atelier – Planen mit Ölfarben, die als Malpalette dienten, sind hinter Glas installiert und getrocknete Ölfarbenreste zeigen ihre skulpturale Qualität.

Fußbodenplatten des Ateliers werden zu Bildern. Sie zeigen Spuren aller Arbeitsschritte und verändern sich mit jeder Serie, spiegeln die aktuellen Farbräume, erinnern an alte Grundierungen und tragen den Kohlestaub vieler Zeichnungen. Diese Schichtungen für sich genommen ergeben eine verdichtete Erzählung künstlerischer Arbeit und werden durch das Herauslösen aus dem Koordinatensystem des Atelierbodens zu einer eigenständigen Position – einem „Objet trouvé“.

Zwei Bilder erzählen von Linien und Spuren im Wasser, daneben wellt sich eine Stoffbahn in den Raum.
In einem kleinen Kabinett zeigen die Arbeiten „Templates“ ornamentale Spuren, die im Werk der Künstlerin immer wieder auftauchen.

Schmidtgasse 5
Mo–Fr 16–19 Uhr
Sa–So 10–13 Uhr
Sa 18.7. 13–16 Uhr

Fotos: Evelyn Kreinecker